Forschungsprojekt
Prof. Dr. Vittorio Magnago Lampugnani, Leitung: Margareta Peters
Informationstechnologie: Ralf Becht, Peter Zurbuchen, Robert Zürcher
In Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt der Stadt Zürich war das Projekt zugleich ein Weiter-bildungsprogramm für stellenlose ArchitektInnen. Im Projekt "Zusammenhängende Grundriss-aufnahme Zürich" wurde eine Methode zur digitalen Erfassung eines Stadtgrundrisses entwickelt.
Zur Methode
Die Methode geht zurück auf Untersuchungen zum Verhältnis zwischen Stadtmorphologie und Haustypologie, wie sie Saverio Muratori in Venedig und Gianfranco Caniggia in Florenz und Como in den 60er und 70er Jahren durchgeführt haben. Die Zusammenhängende Grundrissaufnahme ist seither ein bewährtes Arbeitsinstrument für die Analyse und somit für die Weiterentwicklung der historischen Stadt, d.h. für eine progressive Denkmalpflege.
Grundlagen
Die Grundlagen der Arbeit sind der heutige digitale Kataster, der Kataster von 1859-1867, sowie die jüngsten und ältesten Baupolizeipläne jedes einzelnen Gebäudes. In Zürich werden seit 1863 Baugesuche systematisch archiviert. Mit diesen Grundlagen konnte nicht nur der heutige Stadtgrundriss sondern auch derjenige um 1865 rekonstruiert werden.
Arbeitsmethode
Der digitale Kataster bildet die Matrix. Die Baupolizeipläne wurden vor Ort kontrolliert und bei
Bedarf ergänzt. In der Altstadt wurden die Lage und Dimension der Brandmauern, der Fassaden und der mittelalterlichen Kernbauten ausgemessen. Der Grundriss des Gebäudes wurde gescannt, mit Hilfe des Katasters kalibriert und anschliessend gezeichnet. Der Darstellungsmassstab ist 1:200. Jedes Geschoss ist in 5 Layern zerlegt, zusammen mit dem Kataster und sämtlichen Geschossen ist das Material auf 73 Layer gegliedert.
Die zusammenhängende Grundrissaufnahme der Altstadt
Die Stadt als Kontinuum, das überwiegend aus einfachen, sich wiederholenden Häusern besteht, ist in der Disziplin der Städtebaugeschichte selten Gegenstand ernsthafter Betrachtung - schon allein wegen des Aufwands der hierfür notwendigen Datenerhebung. Die Methode der Zusammenhängenden Grundrissaufnahme füllt diese Lücke: eine systematische Aufnahme der Bausubstanz der historischen Stadt, die sich nicht nur auf herausragende Bauwerke beschränkt, sondern "objektiv" das gesamte Baugefüge gleichmässig beschreibt. Das anonyme Gewebe der Wohnbauten, dem gemeinhin im Unterschied zu den Monumenten, die auch öffentlich zugänglich sind, wenig Beachtung geschenkt wird, steht im Mittelpunkt der Recherchen. Von der historischen Stadt wurde nicht nur der aktuelle Stadtgrundriss dokumentiert, sondern auch der älteste anhand den Archivalien erfassbare Zustand rekonstruiert.
Die zusammenhängende Grundrissaufnahme des Industriequartiers
Angeregt durch die rapiden Veränderungen postindustrieller Fabrikareale und Industriebrachen
haben wir eine Zusammenhängende Grundrissaufnahme des Industriequartiers erstellt. Der
gewählte Perimeter zwischen Röntgenplatz und Hardturmstadion, Limmat und Gleisanlagen der
SSB ermöglicht die unterschiedlich motivierten Stadtentwicklungsstrategien von damals und heute prägnant darzustellen.
Ursprünglich als Arbeitsinstrument für die Stadtkernforschung entwickelt, zeigt es sich heute,
dass die Zusammenhängende Grundrissaufnahme nicht nur im historischen Kontext ein vielseitig anwendbares Arbeitsinstrument ist, sondern auch zu einem Planungs - und Entwurfsinstrument für ein Quartier dieses Jahrhunderts wird.
Ausgehend von typologischen und morphologischen Gegebenheiten wurde die Arbeitsmethode
und die Darstellung der Aufnahmen für das Industriequartier angepasst. In diesem Stadtteil sind nicht nur die Bausubstanz, sondern auch das Brachland, die Freiräume und die Umgebung
ausgemessen und dargestellt worden. Um den Typus der Industriehallen lesbar zu machen, sind
zusätzlich das statische System, die Oberlichter und die Laufkatzen der Kräne sowie die
Gleisanlagen im Grundriss dargestellt.
Die Zusammenhängende Grundrissaufnahme des Industriequartiers wird bereits für
Projektstudien vielseitig gebraucht.
Die zusammenhängende Grundrissaufnahme des Stadelhoferquartiers
Von diesem Areal - eine mittelalterliche Vorstadt - welches die Nahtstelle zwischen dem
Seefeldquartier des 19. Jahrhunderts und der mittelalterlichen Stadt bildet, wurde das Erdgeschoss im aktuellen Zustand aufgenommen. Der Plan entstand auf Wunsch des Zürcher Amtes für Städtebau als Grundlage für den Projektwettbewerb "Opernhaus-Parking und Freiraumgestaltung Bellevue-Stadelhofen".
Resultate:
1. Zusammenhängende Grundrissaufnahmen
Linksufrige Altstadt
1996, EG, UG, 1. OG
1865, EG, UG, 1. OG
Rechtsufrige Altstadt fragmentarisch entlang des Limmatquais
1998-1999, UG, EG, 1.OG
1865, EG, UG, 1.OG
Stadelhoferquartier
1999, EG
Industriequartier, Röntgenstrasse bis Hardturmstadion
1997-1999, EG
2. Kataster um 1865
Vektorisierung der Katasterblätter der bearbeiteten Areale der Altstadt
3. Katalog der Einzelbauten in der Altstadt
Sämtliche Grundrisse der Altstadthäuser
UG, EG, 1.OG, 1996 und 1865, Mstb. 1:200
4. Datenbank
Quellenangaben zu den verwendeten Plangrundlagen
Laufzeit: 1995 - 1999
Prof. Dr. Vittorio Magnago Lampugnani, Leitung: Margareta Peters
Zusammenhängende Grundrissaufnahme Zürich. Untersuchungen zum Verhältnis zwischen Stadtmorphologie und Haustypologie
Informationstechnologie: Ralf Becht, Peter Zurbuchen, Robert Zürcher
In Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt der Stadt Zürich war das Projekt zugleich ein Weiter-bildungsprogramm für stellenlose ArchitektInnen. Im Projekt "Zusammenhängende Grundriss-aufnahme Zürich" wurde eine Methode zur digitalen Erfassung eines Stadtgrundrisses entwickelt.
Zur Methode
Die Methode geht zurück auf Untersuchungen zum Verhältnis zwischen Stadtmorphologie und Haustypologie, wie sie Saverio Muratori in Venedig und Gianfranco Caniggia in Florenz und Como in den 60er und 70er Jahren durchgeführt haben. Die Zusammenhängende Grundrissaufnahme ist seither ein bewährtes Arbeitsinstrument für die Analyse und somit für die Weiterentwicklung der historischen Stadt, d.h. für eine progressive Denkmalpflege.
Grundlagen
Die Grundlagen der Arbeit sind der heutige digitale Kataster, der Kataster von 1859-1867, sowie die jüngsten und ältesten Baupolizeipläne jedes einzelnen Gebäudes. In Zürich werden seit 1863 Baugesuche systematisch archiviert. Mit diesen Grundlagen konnte nicht nur der heutige Stadtgrundriss sondern auch derjenige um 1865 rekonstruiert werden.
Arbeitsmethode
Der digitale Kataster bildet die Matrix. Die Baupolizeipläne wurden vor Ort kontrolliert und bei
Bedarf ergänzt. In der Altstadt wurden die Lage und Dimension der Brandmauern, der Fassaden und der mittelalterlichen Kernbauten ausgemessen. Der Grundriss des Gebäudes wurde gescannt, mit Hilfe des Katasters kalibriert und anschliessend gezeichnet. Der Darstellungsmassstab ist 1:200. Jedes Geschoss ist in 5 Layern zerlegt, zusammen mit dem Kataster und sämtlichen Geschossen ist das Material auf 73 Layer gegliedert.
Die zusammenhängende Grundrissaufnahme der Altstadt
Die Stadt als Kontinuum, das überwiegend aus einfachen, sich wiederholenden Häusern besteht, ist in der Disziplin der Städtebaugeschichte selten Gegenstand ernsthafter Betrachtung - schon allein wegen des Aufwands der hierfür notwendigen Datenerhebung. Die Methode der Zusammenhängenden Grundrissaufnahme füllt diese Lücke: eine systematische Aufnahme der Bausubstanz der historischen Stadt, die sich nicht nur auf herausragende Bauwerke beschränkt, sondern "objektiv" das gesamte Baugefüge gleichmässig beschreibt. Das anonyme Gewebe der Wohnbauten, dem gemeinhin im Unterschied zu den Monumenten, die auch öffentlich zugänglich sind, wenig Beachtung geschenkt wird, steht im Mittelpunkt der Recherchen. Von der historischen Stadt wurde nicht nur der aktuelle Stadtgrundriss dokumentiert, sondern auch der älteste anhand den Archivalien erfassbare Zustand rekonstruiert.
Die zusammenhängende Grundrissaufnahme des Industriequartiers
Angeregt durch die rapiden Veränderungen postindustrieller Fabrikareale und Industriebrachen
haben wir eine Zusammenhängende Grundrissaufnahme des Industriequartiers erstellt. Der
gewählte Perimeter zwischen Röntgenplatz und Hardturmstadion, Limmat und Gleisanlagen der
SSB ermöglicht die unterschiedlich motivierten Stadtentwicklungsstrategien von damals und heute prägnant darzustellen.
Ursprünglich als Arbeitsinstrument für die Stadtkernforschung entwickelt, zeigt es sich heute,
dass die Zusammenhängende Grundrissaufnahme nicht nur im historischen Kontext ein vielseitig anwendbares Arbeitsinstrument ist, sondern auch zu einem Planungs - und Entwurfsinstrument für ein Quartier dieses Jahrhunderts wird.
Ausgehend von typologischen und morphologischen Gegebenheiten wurde die Arbeitsmethode
und die Darstellung der Aufnahmen für das Industriequartier angepasst. In diesem Stadtteil sind nicht nur die Bausubstanz, sondern auch das Brachland, die Freiräume und die Umgebung
ausgemessen und dargestellt worden. Um den Typus der Industriehallen lesbar zu machen, sind
zusätzlich das statische System, die Oberlichter und die Laufkatzen der Kräne sowie die
Gleisanlagen im Grundriss dargestellt.
Die Zusammenhängende Grundrissaufnahme des Industriequartiers wird bereits für
Projektstudien vielseitig gebraucht.
Die zusammenhängende Grundrissaufnahme des Stadelhoferquartiers
Von diesem Areal - eine mittelalterliche Vorstadt - welches die Nahtstelle zwischen dem
Seefeldquartier des 19. Jahrhunderts und der mittelalterlichen Stadt bildet, wurde das Erdgeschoss im aktuellen Zustand aufgenommen. Der Plan entstand auf Wunsch des Zürcher Amtes für Städtebau als Grundlage für den Projektwettbewerb "Opernhaus-Parking und Freiraumgestaltung Bellevue-Stadelhofen".
Resultate:
1. Zusammenhängende Grundrissaufnahmen
Linksufrige Altstadt
1996, EG, UG, 1. OG
1865, EG, UG, 1. OG
Rechtsufrige Altstadt fragmentarisch entlang des Limmatquais
1998-1999, UG, EG, 1.OG
1865, EG, UG, 1.OG
Stadelhoferquartier
1999, EG
Industriequartier, Röntgenstrasse bis Hardturmstadion
1997-1999, EG
2. Kataster um 1865
Vektorisierung der Katasterblätter der bearbeiteten Areale der Altstadt
3. Katalog der Einzelbauten in der Altstadt
Sämtliche Grundrisse der Altstadthäuser
UG, EG, 1.OG, 1996 und 1865, Mstb. 1:200
4. Datenbank
Quellenangaben zu den verwendeten Plangrundlagen
Laufzeit: 1995 - 1999



